First Nerd Problems:Food meets Spieleabend

Es gibt ja diese Klischees – ihr wisst schon, die mit denen wir Nerds uns regelmäßig rumärgern müssen.
Wir wissen selbst, dass die meisten davon quatsch sind – meistens!
Ungesunders Essen und Spieleabende ist allerdings eine dieser Kombination, die nicht von irgendwoher kommt.
Nennen wir das Kind beim Namen: Futterkämpfe sind die harte Realität eines jeden Spieleabends!
Chips, Schokolade in jeglicher Form, Gummibärchen – das sind nur ein paar Beispiele der Kalorienbomben, die explosiver sind, als jeder Feuerball.

Aber woher kommt diese „Faszination“, dass man sich bei Spieleabenden (egal ob Brett- oder Rollenspiel) mit solch einem Zeug zu ballert? Es bleibt ja nicht allein bei dem Naschzeug. Nein, der geneigte Besucher eines solch geselligen Abends liebäugelt ja auch noch schnell mit einem heissem Kontrastprogramm.
Denn neben dem süß-salzigen Verlockungen müssen auch noch die Gelüste auf etwas Deftiges gestillt werden. Und so wird im Laufe des Abends dann noch etwas beim Pizza- oder Asiaimbiss des Vertrauens geordert.
Dass also das Klischee des übergewichtigen Hardcore-Spiele-Nerds von irgendwoher kommt, mag bei der Betrachtung eines durchschnittlichen Spieleabends gar nicht  so verwunderlich sein.
Nein, es geht sogar noch weiter: So viel Mühe man sich mit dem abendlichem Ambiente der Spielstädte gegeben hat, die Kulisse wird immer irgendwo zerbrochen von irgendwelchen Chipstüten, Colaflaschen oder Schokotafeln.
Ambiente Killer confirmed!

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Stellen wir uns also die Frage WIESO? Man trifft sich mit Freunden bzw. gleichgesinnten Menschen um gemeinsam zu Spielen. Spielen…NICHT essen! Und trotzdem: Regelmäßig stopfen wir uns den Wamst voll mit dem ungesunden Zeugs – so lecker es auch schmeckt.
Die menschliche Nahrungsaufnahme dient nicht nur immer der reinen Bekämpfung des Hungers, der Faktor der Geselligkeit kommt noch immer hin – das wissen wir ja bereits seit dem letzten Abendmahl.
Zudem greifen wir gerne zu Knabberzeugs wenn wir uns gerade unterhalten fühlen.
Jeder regelmäßige Kinogänger weiss, wovon ich spreche.
Aber mal ehrlich: Würde sich jemand von uns eine Pizza ins Kino liefern lassen? Wohl eher nicht. Da ist das Popcorn das höchste der Gefühle und das ist auch meist schon vor dem Film leer.
Ist also beim Spieleabend der Mix entscheidend?
Spannung trifft auf Geselligkeit – der ultimative Fressmix der Verführung?

Ich glaube, dass die Lösung viel profaner ist: Die liebe Zeit! Es gibt natürlich auch die Spielerunden, die am Abend spielen und die Mitspieler treffen sich nach der Arbeit. Entsprechend erscheint man mit einem ordentlichen Appetit nach einem halbwegs anstrengenden Arbeitstag. Und hier liegt die Crux: Das Essen wird bestellt und bis das Zeug da ist pfeift man sich eben das Knabberzeugs rein. Soweit, so logisch.

Einspruch: Ich koche nicht jeden Abend und es wird auch nicht jeden Abend für mich gekocht. Dafür bin ich aber fünf Tage in der Woche arbeiten und komme Abends heim – in der Regel auch hungrig. Und da wird auch schon mal Essen bestellt. Bis dahin esse ich dann aber keine Tüte Chips, Gummibären & Co.
Man stelle sich vor, wie wir alle aussehen würden, wenn wir uns fünf Tage die Woche so ernähren würden, wie bei unseren Spielerunden.

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Angenehm erfrischend finde ich Spielerunden, die für die kollektive Selbstversorgung sorgen. Die Gruppenmitglieder kochen abwechselnd füreinander. Ich habe selber mal eine Runde erlebt, wo es so gehalten wurde und fand es wirklich spannend und inspirierend. Das Problem bei so einem Konzept ist, dass man Runden benötigt, bei der jeder Mitspieler halbwegs kochen kann. Wenn ein Mitspieler nur Miracoli in den Topf schmeisst, dann kann man auch gleich weiter den Italiener um die Ecke anrufen.
Ausserdem gibt es in der Regel immer einen festen Spielort. Der Gastgeber sollte sich bewusst sein, dass die eigene Küche schnell zum Schlachtfeld werden kann – und das manchmal schlimmer als nach manch einer Endschlacht – nur mit deutlich weniger Pathos. Die Alternative ist, dass man etwas vorher daheim vorbereitet. Hier verweise ich aber wieder auf den Zeitfaktor.

Wie man es auch dreht: Es gibt etliche halbwegs logische Ansätze das Futterverhalten des gemeinen Brett-Rollenspielers in freier Wildbahn zu erklären. Aber eine vollends befriedigende Erklärung gibt es nicht. Wir Spieler sind halt ein Mysterium – es gibt Dinge zwischen Brett und Spieltisch, die kann man nicht erklären – und wehe jemand fasst meine Würfel an!!!!

2 Kommentare

  1. Wie löst man also das Problem? Wie wäre es denn, wenn der Gastgeber entsprechendes Geschirr (Schälchen, Becher, … ) im passenden Style (bspw. Mittelalter) bereit stellt? Einfach umfüllen und schon sieht es eher aus wie in der Taverne, als im modernen Supermarkt. 😉
    Eine Rollen- u. Brettspielnerdin.

  2. Finde ich einen ziemlich coolce Idee. Ich glaube, ich muss mich mal beim nächsten Mittelalter-Markt umschauen. Da ich ein großer Hobbykoch bin, habe ich mir letztens schon mal das Game Of Thrones und World Of Warcraft Kochbuch gekauft. Sicher nicht alles zu gebrauchen, aber es sind schon einige witzige Rezepte drin! 🙂

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